ENDLÖSUNG PER FERNSEHEN

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran....., besonders wenn man schon 66 Jahre Tot ist, wie unser geliebter Führer. Der „SPIEGEL" widmet jetzt der Lieblings - Onaniervorlage der Deutschen einen ganzen Tag. Weitere Vorlagen liefert seit Jahren Guido Knopp, ZDF Fernsehunterhalter, mit seinen witzigen Videoclips. Die dienen einem einzigen Zweck, nämlich das gewaltbereite Pack in den Schulbänken für jeweils 45 Minuten etwas abzulenken. Damit hat Herr Knopp sicher eine Menge Lehrer - Leben gerettet und, was noch wichtiger ist, teure Sachbeschädigungen an teutschen „Bildungsstätten" um 45 Minuten verzögert.

Hitlers Köter, der Führer als gemütliche Hundehalter - Ikone.

Zu mehr taugen die History - Schmonzetten auch nicht. Hitlers Paladine, Hitlers Frauen, Hitlers Manager, Hitlers Socken, Hitlers Köter, Hitlers Schwulenpornos......, die Liste ist, ganz wie ihr Gegenstand, ein Brechmittel. Das trifft offensichtlich genau den Geschmack der mündigen Fernsehgemein- de. Deshalb liefert „SPIEGEL TV" ihr jetzt die absolute Fernseh - Endlösung: Hitler, von 12 Uhr Mittags, bis 0 Uhr in der Nacht! Die Wahl fiel auf Hitlers Lieblingstag, den 30. April 1945, an dem er sich in seinem Bunker erschossen hat. Die Tat erscheint weniger rätselhaft, wenn man sich klarmacht, daß Hitler am Tag vorher geheiratet hatte. Der verlorene Krieg und die anrückenden Russen hatten gar nichts damit zu tun. Nun dürfen am Sonnabend, dem 30 April, 66 Jahre später, Millionen Volksgenossen 12 gesegntete, hakenkreuzerfüllte Stunden mitleiden, mitzittern und erlöst aufstöhnen, wenn sich Adolf dann doch noch dem Ehestand und dem Nürnberger Prozess entzieht. Die ein oder andere kritische Anmerkung in dieser Monumental - Dokumentation, zur Person und Politik des Herrn Hitler wird nicht darüber hinwegtäuschen können, dass der SPIEGEL ganz verliebt ist, in seinen Führer. Das bezeugen unzählige vergangene Titel der Illustrierte und ebenso hingebungsvolle Fernsehwerke zum 1000 jährigen Reich. Wie kann das sein ? Sehr einfach. Das Gutachten des GAGA - Betriebspsychiaters erklärt das Unerklärliche. Der sogenannte Teutsche möchte immer der Größte sein. Der Beste, Stärkste und Schönste. Dieser Geburtsfehler ist mehr als 1000 Jahre alt. Das Schlimmste aber, der Teutsche möchte die Welt vor dem Bösen erretten.

Kampf gegen das Böse: Heuschrecken, Juden, Feinstaub...., immer das selbe Lied.

Der Teutsche ist Romantiker und glaubt diesen Unfug wirklich. Damit ist die Katastrophe programmiert. Denn egal ob der Romantiker scheitert oder triumphiert, es wird immer ein Alptraum. Für ihn und die Zuschauer. Wie in den einschlägigen Wagneropern. Der letzte Kaiser versemmelte den ersten großen Schlag gegen die Weltmächte des Bösen und unser Führer scheiterte nach einem kurzem, herrlichen Triumph am bösen Welt - Finanzjudentum. Was bleibt einem Volk mit derart kranken Anlagen, nachdem es so gründlich und gleich zweimal auf´s Maul gefallen ist? Antwort: Guido Knopp und SPIEGEL TV! Denn das Programm geht weiter. Wenn Teutschland schon nicht völkische Weltmacht werden kann, dann wenigstens doch der Weltmeister des Bösen. Konkurrenz im Hinschlachten von arglosen Opfern wird nicht geduldet. Weder in der Quantität noch in der Qualität. Sie alle, Russen, Türken, Amis, Römer, Kommunisten und Imperialisten, sind nur Unteroffiziere des Grauens. Amateure, Nullen. Der Tot ist ein Meister aus Deutschland. Ein Weltmeister. Das ist der neue Herrenrassenwahn, der fast im Stundentakt aus allen teutschen Medien trompetet, und das Reich der Unmenschen zu neuem, gruseligen Ruhm empor führt. Denn der nur der Inhaber des Weltpatents für Bosheit, kann in der Metamorphose zur ersten moralischen Instanz des Universums geläutert werden. Genau so benimmt sich Teutschland wieder und die alte Wagneroper geht weiter. Natürlich versenken wir im Augenblick keine bösen, britischen Schiffe mehr oder zünden böse Juden an, aber es wird im Zusammenhang mit Finanziers und Bankern schon wieder von Heuschrecken gesprochen, die ja auch mit Insektiziden vernichtet werden müssen. Dann ist da noch der Kampf gegen den Terrorismus und den Feinstaub, es gibt wieder viel zu tun.

Volksheld von der Straße: Hitler.

Und wie einst im Mai, ist die Faszination der Teutschen für Schlägertypen von der Straße ungebrochen. Während in zivilisierten Gesellschaften gelernte Akademiker oder doch wenigstens Leute mit Schulabschluß die Politik machen, schlägt das teutonische Barbarenherz immer noch für den Volkshelden auf der Straße. Eine klare, tragigkomische Linie, von Siegfried, dem ungewaschenen, blonden Strolch aus dem Wald, über Adolf, den Dauerdemonstranten und Putschisten, bis Joschka Fischer, dem Straßenkämpfer, der mittlerweile seine verdiente Rente im großteutschen Pantheon dieser Typologie bezieht.

Volksheld von der Straße: Fischer.

Kein Wunder, dass Preussen in so einer Volksgemeinschaft von Anfang an keine Chance hatte. Übrigens, Rudolf Augstein, Urvater des SPIEGEL war erklärter Preussenhasser. Noch Fragen?
Die Erben seines Medienimperiums jedenfalls versammeln nun das auserwählte Volk vor den Großbildschirmen, um am 30. April volle 12 Stunden seinem Abgott zu huldigen und sich danach entspannt ausstrecken, wie einst Hitler auf seinem Scheiterhaufen, und sicher zu sein: Es gibt wirklich keine besseren - Schlechteren als uns im All. Nun sind wir doch noch Herrenmenschen geworden. Na denn, happy Hitler !