NIX NEUES AM NIL !

Man darf gespannt sein, was jetzt im Land der Pharaonen auf die Spitze der Pyramiden getrieben wird. Oder auch nicht. Das letzte Mal, als im Orient ein großer Umsturz stattfand, wurde ein westlich orientierter Menschenschinder durch einen mittelalterlichen Henker ersetzt, der voll auf religiös motivierten Ritualmord abfuhr. Das war im Iran. Dort nörgelt zwar das Volk, aber nur in den Großstädten. Und die beknackten Henker regieren noch immer.

Regieren weiter, mittelalterliche Henker.

Naja, jetzt gibt es Internet, Twitter und Facebook. In Ägypten bekommen wir vielleicht ganz moderne, jugendliche Ritualmörder. Die tolle, neue Kommunikationstechnik produziert automatisch eine aufgeschlossene, tolerante Jugend. Glauben jedenfalls die Schöpfer dieser Technik. Alles weltfremde Computerfreaks, die sich mit einer abstrakten Technosprache von der Realwelt abschotten und nicht die geringste Menschenkenntnis haben. Sie haben alle ziemlich dämlich dreingeschaut, als vollintegrierte, gut ausgebildete, Mitbürger, islamischen Glaubens die moderne Technik lediglich dazu benutzten, um Flugzeuge in Hochhäuser zu werfen.

Normale Leute fliegen mit den Dingern in Urlaub....

Im Fall Ägypten besteht immerhin Hoffnung. Nämlich die, daß alles ungefähr so weitergeht wie unter Herrn Mubarak. Vielleicht ein paar Verhaftungen und Folterungen weniger oder verteilt auf andere Zielgruppen. Aber von einer gewissen Kontinuität kann man wohl ausgehen. Seit über 4000 Jahren (in Worten „Viertausend") wird das Volk am Nil von autokratischen Gottkönigen, Pharaonen und Generälen beherrscht.

Sadat, Ramses, Mubarak....wo ist der Unterschied ?

Und seit 31 v. Chr., als Kleopatra ihre letzte Chance verblasen hatte (im wahrsten Sinn des Wortes...), mußten die Potentaten unter den Pyramiden vor allen wichtigen Entscheidungen in Rom vorstellig werden. Etwas später in London, heute in Washington. Wer die ein- bis zwei großen Städte verlässt, trifft im Hinterland auf Verhältnisse, die sich auch technisch seit 4000 Jahren nicht geändert haben. Das ist die gute Nachricht. Der ganze Rummel um die „neue Epoche", die jetzt anbrechen soll, taugt nur zur Pöbelbespaßung.

Vorort von Kairo, letzten Donnerstag. Alles beim Alten, wie vor 4000 Jahren.

Sollte es tatsächlich gravierende Umwälzungen am Nil geben, wäre das eine wirklich schlechte Nachricht. Besonders für Israel, das in direkter Nachbarschaft keinen fanatischen Selbstmord- attentäter dulden kann und aus langer, biblischer Erfahrung dem „Frieden" in der Region weder traut, noch ihn erträgt. Denn es ist die biblische Mission der verfeindeten Brüder sich auszurotten. Gleichgültig ob Israel oder die Philister überleben werden oder keiner von beiden. Die Welt hat den Totfeinden programmgemäß in den Abgrund zu folgen. So steht es geschrieben, so wird es geschehen. Zweifellos haben wir uns alle mit dieser Version der totalen Erlösung abgefunden.

Stehen voll auf Ausrottung: David und Goliath....

Aber man sollte den Vorgang nicht unnötig beschleunigen. Der Jüngste Tag wird furchtbar. Es reicht, wenn vorher noch ein paar Urlaube und Shoppingtouren stattfinden können. Und warum nicht direkt am künftigen „ground zero"? An den Pyramiden, in Haifa, Dubai, Marrakesch, Tripolis....? Dazu müssen jedoch die jungen, nervösen Revoluzer ganz schnell wieder an die Kette gelegt werden. Vielleicht zur Abwechslung mal an ein Goldkettchen. Gerade lang genug um die Fernbedienung für den Flachbildschirm zu erreichen. Dort läuft dann 24 Stunden am Tag in Farbe und HD der Shoppingkanal und etwas Schweinkram. Das wird die Jungs noch etwas beruhigen. Natürlich nur die Jungs, die Weiber gelten für nichts im märchenhaften Land von 1001er Nacht. Also, 1001mal gute Nacht, Ägypten und bitte, weitermachen, wie bisher.