IMMER AUF DIE KLEINEN

Ja, ja, es geht schon überhaupt nicht mehr um den Wulff – Kredit, ja der Mann hat die Grenzen der Erbärmlichkeit erweitert, ja Wulff erregt Mitleid und Ekel, – aber nein! – das Amt des Bundespräsidenten hat er nicht beschädigt. Das ist wohl schlecht möglich nach Heinrich Lübke, Walter Scheel, Carstens oder Herrn von Weizsäcker. Letzterer hatte wenigstens noch das zweifelhafte Format eines opportunistischen Intriganten.

GANZ VORNE MITGEMACHT - MORALAPOSTEL VON WEIZSÄCKER

Es gehörte schon eine ziemliche Portion Dreistigkeit dazu in seiner „berühmten Rede“ zum 40. Jahrestag der Kapitulation (8. Mai 1985), "seine" Deutschen zusam- menzuscheißen für die Verbrechen der Hitlerzeit. Ausgerechnet er, der von seinem Führer das eiserne Kreuz erhielt und dem Oberkommando der Wehrmacht als Ordonnanzoffizier diente und dessen Vater den zweiten Weltkrieg sozusagen eigenhändig angefangen hat.

FASELTE FÜR DEUTSCHLAND - HEINRICH LÜBKE

Ist Herr von Weizsäcker wenigstens noch abgewichst, so sind die anderen lächerliche Witz- blattfiguren. Passend zu dem sogenannten Land, das sie repräsentieren. Lübke faselte unerträglichen Unsinn. So unerträglich, daß das Intelligenzmaß für besonders Blöde seinerzeit nicht mehr in „IQ“ sondern in „Lü“ gemessen wurde (100 „Lü“ = 1 „IQ“). Karl Carstens brachte es im Weltkrieg nur bis zum kleinen Flak – Leutnant. Im Gegensatz zu Weizsäcker mußte der sich aber als Nazi beschimpfen lassen.

TYPISCH TEUTSCH: STAATSOBERHAUPT ALS SCHLAGERSTERNCHEN - WALTER SCHEEL SINGT FÜR TEUTSCHLAND

Seine größte Leistung bestand darin, zu Fuß durch die Teutschen Lande zu latschen und als Wanderpräsident in die Analen der Peinlichkeit einzugehen. Walter Scheel entblödete sich nicht, in flachen Fernsehshows noch flachere Volkslieder herunterzuwimmern. Sein Vermächtnis als Staatsoberhaupt: Eine Schallplatte für Sorgenkinder. Mit „Sorgenkinder“ können eigentlich nur die sogenannten Teutschen gemeint sein. Die mögen seit Otto dem Großen, dem Kaiser oder Hitler keine Staatschefs von Format mehr.

HÄTTE BESSER ZU HERRN VON WEIZSÄCKER GEPASST: ZIELSCHEIBE WANDERPRÄSIDENT CARSTENS

Der Rückzug in die Spaß und Konsumgesellschaft duldet dergleichen nicht. Die Entscheidung für die Lächer- lichkeit hat aber noch einen anderen Nebeneffekt. Selbst so miese Typen wie der Führer werden nie verdrängt werden und behalten auf ewig eine seltsame  Aura großteutscher Großartigkeit. Tja, so sind die Teutschen eben: Alte Liebe rostet nicht. Andere Bundespräsidenten sind so bedeutungslos gewesen wie es einem Land ansteht, das zwei Weltkriege versemmelt hat. Die Namen hatte selbst zu deren Amtszeit kaum jemand parat gehabt oder zuordnen können. Das typische Schicksal für einen "Grüß - August". Nur der allererste, Theodor Heuss, hatte sich wenigstens den Titel "Papa Heuss" verdient. Niemand nahm es ihm seinerzeit krumm, daß er 1933 dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt hatte.

LASST DEN MANN DOCH IN RUHE......

Herr Wulff, den wieder fast kein Schüler kennt, hat sich freiwillig in diese Reihe von Nullen und Witzfiguren gestellt. Er wird dem Job jetzt gerecht. Und was hat er schon getan? Einen günstigen Kredit an Land gezogen? Ein paar Kumpels aus der Industrie besucht? Die Vorwürfe sind so peinlich wie das Amt des Bundespräsidenten selbst. Mit diesem „Sündenregister“ hätte selbst Mutter Teresa gut leben können. Warum nur mühen sich namhafte Medien so ab, diese uninteressanteste Figur der westlichen Welt zu zertrampeln. Ist Herr Wulff nur noch Futter für den blutgierigen Pöbel? Oder ist es was ganz anderes, was da mit Dreck beworfen wird?

DAS AMT BESCHÄDIGT DEN MANN - KÖHLER HAT´S GEMERKT

Erinnerung könnte helfen. Erinnerung an einen, der sich all dem entzogen hat. Einer der auch als Vollnull angefangen hat aber dann leider verhaltensauffällig wurde und zum Störfaktor wurde. Einer, der das einzig Richtige getan hat: Gehen! Horst Köhler ist gegangen. Gut gemacht. Der Mann war unterschätzt. Er hat was erkannt, was auch für den „Fall Wulff“ aufschlußreich ist: Nicht der Mann kann das Amt beschädigen – das Amt beschädigt den Mann!