NATURSCHUTZ ALS SELBSTBEFRIEDIGUNG

Schnee von Gestern ? Anti-Atomurlauber bei der Erholung.

Jetzt, nach dem Reaktor - Fiasko in Japan, scheint es, als hätten die Umweltaktivisten das gesellschaft- lich - ökologische Martyrium auf sich genommen. Wer jedoch schon mal teilgenommen hat, am lebensläng- lichen Merkichwas - Spiel, dem fällt auf: Im Natur- und Umweltschutz geht es nicht die Spur um Natur, sondern allein um den Menschen, der in ihr haust. Ein paar von denen mögen sich wirklich diffuse Gedanken um den Fortbestand sauberer Luft, trinkbaren Wassers oder einiger bedrohter Arten machen. Aber die einzige Art, die wirklich im Mittelpunkt des Interesses steht, ist der Mensch selbst. Das hat seinen guten Grund. Und der ist entwicklungsgeschichtlich verankert und keine Meute von Traumtänzern wird ihn je „blockieren" oder wegdemonstrieren können.
Die bittere Wahrheit ist: Die Natur braucht keinen Schutz, nicht den geringsten. Es ist, ganz im Gegenteil der Mensch, der sich verzweifelt vor der Natur zu schützen sucht. Soweit seine Erfahrung zurückreicht, versucht die Umwelt den Menschen umzubringen. Dazu braucht es nicht mal Erdbeben unter Atomkraftwerken. Denn als einzige Spezies auf diesem Planeten ist der Mensch körperlich eine Null und kann fast gar nichts. Der dümmste Affe klettert blitzartig auf jeden Baum, der mickrigste Bückling schwimmt schneller und kann länger unter Wasser bleiben, der trainierteste Olympia - Läufer ist ein leichtes Frühstück für die Raubkatzen und wer schon mal aus dem 14. Stockwerk gesprungen ist weiß, dass der Mensch, die „Krone der Schöpfung", sich unglaublich dämlich beim Fliegen anstellt. Die Natur mag schön anzusehen sein, aber sie will den Menschen ermorden.

Scheiß Natur. Pausenlos will sie den Menschen ermorden.

Sie frostet oder röstet ihn zu Tode, sie hungert ihn aus, sie ersäuft ihn beim Wolkenbruch, klatscht ihn an die Mauer beim Tornado, macht ihn zu Hundefutter für die Wölfe beim Waldspaziergang und zu Fischfutter beim Baden. Das ist die ganze, allumfassende Lebenserfahrung, die sich in das kleine Hirnchen im Kopf des Menschen eingebrannt hat. Und allein dieses Hirnchen, hat diese an sich untaugliche Spezies in die Lage versetzt noch ein wenig weiterleben zu dürfen. Philanthropische Spinner mögen das Zivilisation nennen. Aber es ist tatsächlich nichts weiter als die Rache des Menschen an der Natur. Die Umwelt will uns totfrosten? Schön, dann hacken wir alle verdammten Bäume um und werfen sie in den Ofen! Der Tiger will uns frühstücken? Schön, dann knallen wir ihm ein 9-mm-Vollmantelgeschoss zwischen die verblüfft blinzelnden Augen, braten ihn und machen aus dem Rest eine schicke Jacke für unsere Frau. Das Dreckswetter versenkt unseren Dreimaster? Schön, dann fliegen wir eben mit dem Jet über das Mistwetter hinweg nach New York. Zuvor roden wir aber noch ein paar Quadratkilometer Wald für den Flughafen.

Scheiß Wald, weg damit, Flughafen drauf!

Und den anliegenden Fluss quetschen wir in eine Kanalisation, um triumphierend hinein- pissen zu können. Rache ist alles, was der Mensch an der Natur übt. Das „Leben im Einklang mit der Natur" existiert nur in der Phantasie naiver Ökos, in der seichten Literatur und im Fernsehen. Allein der Bauer, überall in der Welt, hat noch eine Ahnung davon. Auch er führt von früh morgens bis spät in die Nacht Krieg gegen die sogenannte Schöpfung. Denn freiwillig gibt die keine einzige Tomate, keine Kartoffel und kein Jägerschnitzel her.

Scheiß Schöpfung, freiwillig rückt sie kein Jägerschnitzel ´raus. Stattdessen immer nur züchten, schlachten, fischen......

Mit Knochenarbeit, Chemoattacken und schwerstem Maschinen- einsatz presst er dem bockigen Boden die täglichen Malzeiten ab. Deshalb ist er auch nicht naiv verknallt in die Natur, wie entrückte Öko - Spinner, sondern er hat Respekt vor ihr. Er muß sich vor ihr demütigen. Das gibt dem einfachen Landmann eine klare und sichere Wahrnehmung und er kommt dabei dem, was heute hochgestochen als „Ökosystem" bezeichnet wird, sehr viel näher als der Durchschnittskonsument, der einfach nur ungestört weiterfressen will. Und das bei wachsender Population und wachsenden Ansprüchen an Qualität und „Naturreinheit". Ausgerechnet In einem Augenblick, da ein fleißiges Milliardenvolk im Fernen Osten gerade den Ottomotor entdeckt. Wir reden hier von Hunderten Millionen Neuzulassungen und die wenigsten davon werden teure, umweltfreundliche Drei - Liter - Autos sein. Indien und Afrika, wo man jetzt auch schon den Führerschein machen darf und die Bevölkerung kräftig zunimmt, wollen wir uns hier lieber sparen. Für alle diese Leute fordern versponnene Menschenfreunde, Wohlstand, sauberes Wasser, Flachbildfernseher, klimatisierte Supermärkte, Frischgemüse, Internet, iPods, Demokratie und atembare Luft im Stadtzentrum. Das heißt im Klartext: Roden, plündern, züchten, schlachten, fischen, bohren, pumpen, erschließen und planieren, bis nichts mehr übrig ist.

Kein Spaß im Internet ohne Lithium. Krieg gegen zottige Wilde, die auf unseren Rohstoffen sitzen.

Das heißt vor allem Krieg führen um wichtige Rohstoffe für die Spaß- und Informationsgesellschaft. Gleichgültig ob es sich um Lithium in Afghanistan oder Öl im Mittleren Osten handelt. Und der ganze irrsinnige Aufwand für eine Gattung, die ganz sicher die kürzeste Verweildauer auf diesem Planeten haben wird. Allein die Kakerlaken werden uns vermissen, denn niemand sonst hat je auf der Erde so viel unnützen Dreck produziert, wie der Umweltaktivist.

Evolutionsgewinner Saurier: ca. 260 Millionen Jahre. Nicht schlecht für den Anfang. Verweildauer Mensch ? Noch mickrige 500 Jahre, vielleicht 1000...?

Eine mitleiderregende Figur, die sich einbildet, gegen die Natur- gewalten anerfinden zu können. Da ist selbst die durchgeknallte Idee von Steven Hawking vernünftiger, gleich den ganzen Planeten aufzugeben und abzuhauen. Tatsächlich will der aufgeregte Öko die Luft nur für seine Gattung rein erhalten. Um weiter im Freien Kaffee zu trinken, im Cabriolet an der Promenade entlangzu- brausen oder an der frischen Luft etwas demonstrieren zu können.

Illusion Frischluft. Die dritte Welt entdeckt den Otto Motor.

Für viele mag es schwer zu akzeptieren sein, aber nach der Gattung Mensch werden sich Flora und Fauna fast ungerührt weiterentwickeln. Gleichgültig, welches Gas sich dann zufällig in der Atmosphäre befindet. Die Atmosphäre war nämlich lange vor dem Menschen da und ist nicht extra für ihn hergestellt worden. Das vergessen diese ungemütlichen Leute auf den Eisenbahnschienen in Richtung Gorleben. Sie alle, die meisten von uns, wollen fressen, ohne zu zahlen. Und wir werden von eben der Natur liquidiert und abgewickelt werden, die wir angeblich schützen wollen. Es stünde uns besser an, gut gelaunt im Achtzylinder an die Strandbar zu rollen und fangfrischen Fisch bei einem Fläschchen gutem Weißwein zu genießen, solange das noch möglich ist. Das ist die artgerechte Menschenhaltung der gehobeneren Exemplare. Denn die Zeit wird knapp.
Der Pöbel wird derweil in Werbespots aufgefordert seine neuen Mobiltelefone zu zertreten, um sofort noch neuere zu kaufen und verschlingt gierig Katastrophenfilmchen vor dem Flachbildschirm. Wo Superhelden sich mit Vulkanausbrüchen, Meteoriteneinschlägen und Erdbeben herumschlagen. Das ist der unterbewusste, wahnsinnige Traum des Durchschnittsmenschen: Ein furioses Ende ohne Schuld und ohne Gesichtsverlust. Fast wie im Führerbunker.....