EBOLA oder WELCHE TOTEN SIND EIGENTLICH WICHTIG?

GESCHÄFT MIT HERZ OHNE HIRN ? ODER NUR GESCHÄFT ?AID 30

Die Wirk- lichkeit ist grausiger, lächer- licher, makabrer und unglaub- licher als alles, was sich profes- sionelle Dramaturgen oder Spaßvögel ausdenken können. Während nun auch noch 30 deutsche Stars auf dem Haufen 5500 dampfender Ebola Leichen mit einem Charity – Song ihre Geschäftchen ankurbeln, verratzen in deutschen Krankenhäusern jährlich rund 40.000 Patienten, weil es da nicht so besonders sauber ist. Nochmal: 40.000 Tote ( in Worten: vierzigtausend !) pro Jahr, wegen Dreck am Boden, in Klimaanlagen, Schläuchen, Nadeln und Betten. Das sind ca. 110 Tote am Tag! Eine Gefallenenquote wie im Krieg. Und das ist nur die freiwillig zugegebene Verlustziffer! Kürzlich noch sollten es „nur“ ca. 15.000 Ausfälle pro Jahr sein. Nun plötzlich ca. 40.000 Opfer.

SICHERER ALS DEUTSCHE KLINIKEN HEUTE - LAZARETTZUG 1915

Den meisten Angehörigen wird man über das Ableben all dieser Omis, Mütter, Brüder, Kinder, Papis und Freunde kleine Lügen erzählt haben, die so schmutzig sind, wie die Umgebung, in der sie ums Leben gekommen sind. Von der Opferzahl her, geht es da in Afrika fast antiseptisch zu. Von März 2014 an bis jetzt forderte Ebola etwa 5500 Opfer. Traurig um jeden. Aber eben genau so viel an Menschen, wie in Deutschland pro Jahr einfach so umgebracht werden. Auf dem Schulhof, in der Kneipe, beim Ehekrach oder im Straßenverkehr. Jedes Jahr, immer wieder. Freilich nicht medienwirksam genug, um engagierte Künstler auf die Bühne zu bringen. Da reichen nicht mal 40.000 Tote pro Jahr. Denn wer an deutschen Krankenhauskeimen eingeht, siecht jenseits des allgemeinen Interesses dahin. Also leider kein AID 30, kein Campino, kein Maffay, kein Geldof, kein Showgeschäft.

5.500 GEWALTOPFER IN DEUTSCHLAND - JAHRESROUTINE

Gibt’s Tote, die weniger wert sind? Offensichtlich. Man könnte es noch verstehen wenn es sich bloß um „Deutsche“ handeln würde. Immerhin ist ja der Tot ein Meister aus Deutschland. Aber hinter den Klinikmauern wird international gestorben. Oder reicht die Masse nicht aus. Vielleicht wären 40.000 pro Tag medial etwas attraktiver? Oder sind es die Bilder? Die Schneestürme in den USA sind so dekorativ, daß schon knapp 10 Schlechtwettertote für eine ausführliche Berichterstattung ausreichen.

NUR 7 TOTE - ABER GEILE BILDER - ODER ?

Und die aufregenden Bilder aus den afrikanischen Ebola – Gebieten erinnern den aufmerksamen Fernseh- konsumenten an spannende Hollywood – Blockbuster wie „Outbreak – lautlose Killer“ und dergleichen. Man muß wirklich zugeben, das Massensterben in verdreckten Krankenhauszimmern gibt einfach keine marketingtauglichen Bilder her. Tja, Pech gehabt. Bittere Ironie zum Schluß: Hätte Ebola 5.500 Opfer in Holland, Frankreich oder den USA dahin gerafft, läge der fiese Virus längst erdrosselt im Mülleimer.

"TOTAL BEGEISTERT" - MANCHMAL WERDEN WÜNSCHE WAR...

Naja, Afrika ist eben weit weg und es trifft ja nur Wilde. Das gilt aber erst recht für 40.000 Kliniktote p.a. in Deutschland. Ein gewaltiger Haufen Leichen. Jedes Jahr. Für den niemand ein Ständchen singen möchte. Na dann eben nicht…