EURO - Vorwärts Kameraden, es geht zurück !

Ist der Euro noch zu retten ? Dumme Frage. Natürlich nicht. Soweit die schlechte Nachricht. Die Gute: Mit dem Euro direkt hat das nichts zu tun. Keine Währung ist zu retten, die a: Nur noch mit Schulden und windigen Bürgschaften gedeckt ist und b: An die immer weniger Leute glauben.
Und genau hier wird es spannend, denn bei Geld geht´s, wie bei allen großen Weltreligionen, um die Festigkeit im Glauben. Es ist die Konsumgemeinde, die wirklich jeden Dreck glaubt.

Kostbar gewandete Priesterschaft, Weltwirtschaftspapst Greenspan, fast 20 Jahre, bis 2006, Chef der US Notenbank.

An der Spitze der Kirche vom ewig grünen Dollar oder vom voll gedeckten Euro steht eine kostbar gewandete Priesterschaft. Sie verkündet ihre Enzykliken aus gläsernen Palästen heraus, die vorsichtshalber verspiegelt sind, damit die Gläubigen nicht durchblicken. Wie im Mittelalter gibt es auch einen Papst und einige Gegenpäpste, die sich bis zur Ausrottung bekämpfen. Denn wie beim Highlander, kann es nur „Einen" geben. Und, gleichfalls wie im Mittelalter, der Sieger entscheidet über die Konfession seiner leibeigenen Zinsknechte. Die Hauptreliquie ist der Geldschein. Ihn wollen wir uns etwas genauer ansehen, was im Alltagsgebrauch offensichtlich niemand für nötig hält.

Gegenpapst der Eurogläubigen: Jean Claude Trichet

Früher, als der Kaiser noch lebte und alles noch besser war, trugen alle Geldscheine eine kleine Heilsbotschaft mit sich herum, ein Versprechen,z.B.: „100 Mark zahlt die Reichsbankhauptkasse in Berlin ohne Legitimationsprüfung dem Einlieferer dieser Banknote." Auch in den USA gab das Schatzamt auf seinen Dollarnoten das Versprechen, den aufgedruckten Wert auf Verlangen auch in Silber oder Gold auszuzahlen.
Nach zwei Weltkriegen nutzten die Zentralbanken die allgemeine sittliche Verwahrlosung aus und ließen dieses überflüssige Versprechen einfach weg. Niemandem ist diese Kleinigkeit aufgefallen. (Allein die rückständige Bank von England verspricht noch heute auf ihren Pfundnoten...."....to pay the Bearer on Demand the sum of „X" Pound")

Geld vom Kaiser: 100 Mark zahlt die Reichsbankhauptkasse....

Ein Scherzbold in den USA versuchte zuletzt 1970 beim damaligen Finanzminister, David Kennedy, für seine alten 100 Dollarnoten (immerhin noch gültige Zahlungsmittel) den Gegenwert in Silber zu erhalten. Der Minister lachte herzlich und schickte dem Irrgläubigen seine wertlosen Zettel wieder zurück. Bis vor Kurzem hatten die Geldscheine wenigstens noch den Charakter von Inhaberschuldverschreibungen. Die Summe ist aufgedruckt, der Herausgeber genannt (z.B. Deutsche Bundesbank), das Datum der Herausgabe vermerkt und ein Faksimile der Unterschrift des Chefkassierers erweckt den Eindruck von Seriosität. Außerdem fand sich auf allen Banknoten der eindringliche Hinweis: „Wer Banknoten fälscht ist ein Gauner...", oder so.

100 Euro Schein. Nur Schein ?

Der Euro möchte ganz offensichtlich nicht mehr sein, als ein unverbindlicher Zettel mit einer Zahl drauf. Die Abkürzungen können alles oder Nichts bedeuten. „EKT" könnte „Else kocht Tomatensuppe" bedeuten oder „EZB" z.B. „Europäische Zocker - Bande". Das Faksimile darunter wirkt wie die klassische gefälschte Unterschrift unter einem ungedeckten Scheck. Ist es noch das uralte Zeichen, das Wim Duisenberg einst für den holländischen Gulden geleistet hat? Der hektische Haken von Jean - Claude Trichet oder nur die Signatur des Künstlers, der die hübschen bunten Zettel entworfen hat ?
Ist auch unwichtig. Denn genau so sehen auch die phantasievoll gestalteten "Zertifikate" aus, die millionenfach Briefkästen zumüllen und auf denen naiven, alten Damen der Hauptgewinn versprochen wird.
Auch hier ist der Aussteller eine windige Briefkastenfirma, die rasch umzieht, sobald die Hauptgewinner ihr „Wertpapier" einlösen wollen. Das mag auch schon für die Bundesbank oder das U.S. Schatzamt gegolten haben, aber erschreckend ist doch die völlige Unverblümtheit, mit der sich der Euro zum bloßen Papierchen macht, dessen Fälschung offensichtlich nicht mehr unter Strafe gestellt werden muss. Denn darauf findet sich kein Hinweis mehr auf den Scheinchen.
Immerhin, im Augenblick gibt´s gegen Vorlage von Euroscheinen noch Wienerschnitzel, Möbel und Gebrauchtwagen. Weil der Verkäufer glaubt, dass er mit den Euros einen entsprechenden Gegenwert für seinen Sack Kartoffeln bekommt. Damit sind wir wieder beim Glauben. Der versetzt bekanntlich Berge. Das ist vorläufig die gute Nachricht für alle, die nur Güter oder Dienstleistungen versetzen wollen. Die teutsch - französische Eurogemeinde glaubt übrigens auch, dass sie ihrem irrsinnigen Schuldengebirge mehr Deckung entgegensetzen kann als die schlitzohrigen Griechen oder die Spanier, Iren oder Portugiesen. Großmäulig öffnet die Priesterschaft in Brüssel den heiligen 700 Milliarden - Schutzschirm über diesen schwarzen Schäfchen. Ein Schirm, der nichts ist als ein Drahtgestell, in das es einfach hineinregnet. Glücklicherweise handelt es sich um erzkatholische Länder, die im festen Glauben geübt sind. So glauben sie tatsächlich, unter diesem Gestell trocken zu bleiben.
Was kann schon passieren? Währungszusammenbrüche und Staatsbankrotte gehören eben dazu. Schon immer. Im antiken Rom wurde der Sesterz je nach Kriegs- oder Krisenlage auf und abgewertet. Auf dem Höhepunkt seiner Glorie, zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert, machte die Weltmacht Spanien gleich achtmal Bankrott. Und das, obwohl es den ungläubigen Wilden in Südamerika das ganze Gold entrissen und seinem rechtmäßigen Besitzer, der einzig wahren Kirche, wieder zurückgegeben hatte.

Messias Obama, Weltherrschaft ist teuer.....Sie kann das Leben kosten.

Heute keucht die Weltmacht USA unter dem unerträglichen Dauerdruck, überall in der Welt Rohstoffe und Ressourcen zusammenraffen zu müssen. Offiziell im Namen der Demokratie und Menschenrechte, tatsächlich nur, um unseren Furz im Kopf vom ewigen Wachstum bezahlen zu können. Genauer gesagt: abbezahlen zu können. Denn selbst das Klauen von Öl, Lithium, Wasser, Ackerland oder Billiglohnländern kostet ein Vermögen und ist nur noch auf Pump möglich. Das frisch gestohlene Öl wird sofort wieder von den Panzern, Flugzeugträgern und Jagdbombern versoffen, die geliehenen Kohlen von Söldnern verjuxt und was an Analogfleisch und Reisersatz übrig geblieben wäre, muss an verhungerte, aufständische Wilde verfüttert werden, um die vorerst ruhig zu stellen.
Der Rest an zusammengekratzten Luxusgütern, landet hinter den Mauern der „Festung Europa", im Keller der Verunreinigten Staaten und in ein paar Metropolen, wie Dubai, Moskau oder Shanghai. Dort verballern junge, dynamische Spaßgesellschaften, vollklimatisiert, das letzte Bischen Hoffnung auf ein gutes Ende. Im Hinterland wartet indessen ein Milliardenheer von schlecht gelaunten Hungerleidern auf den großen Startschuss zur weltweiten Bartholomäusnacht. Je nach Geografie, die Faust in der Tasche, das Messer zwischen den Zähnen oder den Sprengstoffgürtel unter dem Rock. Ein Glück, das diese Leute augenblicklich so ausgiebig mit dem Existenzkampf beschäftigt sind. Und ein unbegreifliches Unglück, dass die wirklich beknackten Fanatiker unter den gut ausgebildeten, verdrossenen und voll integrierten Mitbürgern zu finden sind. Unser schönes, westliches Währungssystem hält sie nicht davon ab, Flugzeuge in Hochhäuser zu werfen und voll besetzte U-Bahn Züge in die Luft zu jagen.

Hungrige Horden im Ansturm....

Was, wenn nun auch noch die hungrigen Horden heranstürmen? Werden sie schlagartig stoppen, wenn wir ihnen ein blinkendes Eurostück oder einen Golddollar vor die Nase halten? So wie man einen blutrünstigen Vampir mit einem hübsch glänzenden Silberkruzifix aufhalten kann? Auch das dürfte eine Frage des Glaubens sein.
Und was, wenn Euros und Dollars dann nichts mehr wert sind? Das allerdings ist keine Frage des Glaubens, sondern langjähriger, bitterer Erfahrung. Dann zählen, wie schon seit Jahrhunderten, nur noch das eigene Dach über dem Kopf, die paar Hühner und Kartoffeln im Garten und die geladene Flinte im Schrank, um all das verteidigen zu können. Bis zur nächsten Währung. Denn die liegt schon in der Schublade und wird ausgegeben, wenn sich wie 1949 alle mal wieder auf „unentschieden" geeinigt haben.

Übrigens, kleine Fußnote: 1949 war die Ausgangslage viel günstiger als heute. Vom Standpunkt unserer Wachstumsjunkies sogar paradiesisch. Millionen Tote und völlig zerbombte Städte. Das bedeutete Aufträge und Arbeitsplätze bis zum Abwinken. Und vor allem, sogar Parkplätze in der Innenstadt.

Kartoffeln gegen Gold. Zum Tageskurs beim Bauern ihres Vertrauens.

Wie werden wir dieses Problem heute wohl lösen? Eine wirkliche Denksportaufgabe für die verfetteten Hirnchen unserer Pisakrüppel. Wie wohl?
Ach ja, noch ein kleiner Tipp für alle Schlaumeier, die auf Gold setzen. In der mageren Übergangszeit gibt´s für ein Kilo Gold : Ein halbes Pfund Butter, ein paar Kartoffeln und diverse, ungekühlte Fischstäbchen. Lassen Sie sich das vom orts- ansässigen Bauern ihres Vertrauens erklären. Und nun auf,  zu den Weihnachts- einkäufen.