Schnapsidee "Freiheit"

Romantischer Spinner, Schiller - der leere Blick sagt alles...

Zuerst gleich die schlechte Nachricht: Freiheit gibt´s gar nicht. Den Begriff haben abgewichste Werbefachleute und Politiker erfunden. Jeder kann im Selbstversuch feststellen, mit „Freiheit" kann man gerade noch Heißwürstchen, Autos, FKK-Urlaub oder Nassrasierer verkaufen. Und natürlich stockdumme Wähler beeindrucken. Zu mehr taugt die ganze „Freiheit" nicht.
„Geben Sie Gedankenfreiheit", phantasiert der Marquis de Posa seinem König Philipp II. entgegen. Die Szene stammt von Friedrich Schiller, diesem romantischen Spinner. „Gedankenfreiheit", was für ein Mumpitz ! Kein Mensch hat was gegen freie Gedanken. Es ist nur eben gesünder sie beizeiten für sich zu behalten.

Nackig und frei, FKK Urlaub 1978

„Frei sein", verspricht der FKK-Urlaub. Nicht wenige „Befreite" bezahlen das infantile, nudistische Herumgehopse dann mit blutigen Füßen. Was es bedeutet, auf seinen eigenen, freien, nackigen Füßen zu stehen, hat auch die deutsche Landwirtschaft nach der Bauernbefreiung zu spüren bekommen. Bis dahin gehörte das Bäuerlein seinem Grundherren. Es hatte einen straffen Dienstplan, einen vollausgerüsteten Geräteschuppen, die Immobilie war bezahlt (vom Grundherrn) und es zahlte vom Ertrag den Zehnten.
Dann kam endlich die große Freiheit und wie auch heute noch, bedeutete schon damals „Freiheit" vor allem die Freiheit seine Rechnungen endlich selbst bezahlen zu dürfen.
Das Bäuerlein hatte nun ein paar qm Land und noch einen rostigen Rechen im Schuppen, aber keinen Pfennig Geld. Geld hatte glücklicherweise der Grundherr. Der gründete mit seinen Kollegen eine Bank und lieh es seinem exleibeigenen Bäuerlein. So wurde das Bäuerlein Bankkunde und es konnte so richtig losgehen, mit der Freiheit. Als Bankkunde war das freie Bäuerlein jetzt übrigens steuerpflichtig. Und jeder weiß, wir reden hier nicht mehr von freundlichen 10 Prozent ...Die Grundherren haben diese Entwicklung nicht bereut. Seinen Leibeigenen musste man den ganzen, verdammten Hausstand in Ordnung halten und notfalls sogar den Tierarzt schicken, der mitunter auch mal nach den Unfreien sah. Nichts als Kosten und Umstände. Jetzt braucht der Herr Bankdirektor seine mündige Kundschaft nur noch in den freien Hintern treten zu lassen, wenn Zinsen und Tilgung im Rückstand sind, und kann im Bedarfsfall einfach die Immobilien einsammeln. „Freiheit" findet der super.

Sklaven in Rom, Betten, Nahrung und Freikarten für den Zirkus bezahlt der Eigentümer. ( Aus: Asterix und die Lorbeeren des Cäsar.)

Genau wie der Konzernherr, der mit Sklaven nur Umstände hätte. Schon im alten Rom mussten diesen Leuten, Betten, Nahrung, Freikarten für den Zirkus und der Betriebsarzt auf Familienkosten gestellt werden. Denn Sklaven wurden wie Gegenstände behandelt, also sehr sorgsam. Heute müsste der Unternehmer noch irgendwelche albernen Menschenrechte oder EU - Futterverordnungen beachten. Wer will das schon ? So erfanden pfiffige Scharlatane die Arbeiterbefreiung und später die Leiharbeit. Im Prinzip dasselbe wie die Bauernbefreiung. Nur dass die „Befreiung des Proletariats" zum Gegenstand ständiger Unterhaltung des städtischen Geldadels ausartete. Denn Proleten gibt´s bis heute waggonweise. Die paar befreiten Bauern bringen kaum Wählerstimmen.
Damit sind wir schon bei der Politik. Hier feiert die sogenannte Freiheit die dümmlichsten Exzesse. In ihrem Namen sind mehr Menschen gehäckselt worden als im Namen des Herrn oder irgendeiner anderen wirren Idee.
Gleich in der Schule werden die kindlichen Gemüter mit freiheitlichen Flausen demoliert. Schäden, die oft lebenslänglich nicht mehr zu beheben sind. Die Französische Revolution bleibt die Kühlerfigur dieser Tragödie. Beliebter Höhepunkt ist immer der Marsch der Versailler Marktweiber zum Schloß. Das trifft den Geschmack des neidgekrümmten Pöbels. Schlösser stürmen und auf die Antiquitäten pissen. Szenen, die in den Hochschulen zu Ikonen der Freiheit erhoben worden sind. So wie die Zigarettenwerbung den Geschmack von Abenteuer und Freiheit in der unberührten Natur zelebriert, die anschließend mit Kippen und leeren Schachteln versaut ist.

Die Titten führen den Pöbel - Delacroix 1830

Unmissverständliches Dokument der Verwahrlosung ist das Riesenplakat von Delacroix: "Die Freiheit führt das Volk". Wir sehen hier, wie ein nachlässig gekleidetes Flintenweib, den sexuell überspannten, gewaltbereiten Pöbel zum Randalieren aufhetzt. Besonders aufschlussreich, der amoklaufende Rotzlöffel, mit den Pistolen aus Vatis Schreibtischschublade und der Traumtänzer von Junglehrer, der nur mitmarodiert, um der Anführerin auf den Hintern starren zu können.
Das Ergebnis ist wie immer von Freiheit weit entfernt. Stattdessen ungeheure Sachbeschädigung und die Ermordung von korrekt uniformierten Ordnungshütern, ganz zu schweigen von unbeteiligten Passanten. Dem auf Delacroix´s schamloser Darstellung, hat der tobende Mob sogar die Unterhosen gestohlen.....

...dümmliche Exzesse, "Freiheit" in der Politik

Wir wenden uns voll Ekel ab, von soviel „Freiheit", die nicht minder trügerisch im allzumenschlichen wuchert.
Heiraten will irgendwie niemand, trotzdem enden fast alle in dieser Falle. Mindestens aber in einer sogenannten Beziehung. Entkommt jemand dem häuslichen Glück und sei es nur für Stunden, wird sofort diese "Freiheit" begossen und gefeiert. Mancher Gatte rettet sich endgültig aus den Fängen seines Partners, flippt dann kurz aus, nur um schließlich in den nächsten Beziehungsabgrund zu stürzen. Was soll das ?
Antwort: Der Mensch kann die sogenannte Freiheit nicht ertragen. Sie überfordert ihn vollkommen. Stellt sich eine Ehe als Katastrophe heraus, hätten die Partner die „Freiheit" diese Verbindung zu lösen. Das tun sie in aller Regel nicht, sondern fallen hass- und volltrunken übereinander her und zeugen ein Kind. Danach wird die Ehe meist wesentlich schlimmer, der Druck unerträglich, das Kind geisteskrank. Ausbruch ? Fehlanzeige ! Um das Unglück sozusagen einzumauern, wird jetzt erstmal gebaut.
Es ist nun ein Leben in einer verzweifelten Privathölle, mit Stacheldraht und Schießanlagen. Weder Gesetzgeber noch gesunder Menschenverstand würden jetzt bei einem Totalabbruch einschreiten. Die Standardlösung ist jedoch: ein größeres Auto oder ein zweites Kind oder ein Jodeldiplom für die Gattin oder alles zusammen.

Verblüffter Ernst Kaltenbrunner 1946 im Nürnberger Prozess

Die geradezu verzweifelte Sehnsucht des Durchschnittsmenschen nach Zwang, Knute, Plünderung, Reglementierung, Überwachung, Demütigung, Bußgeldern, Entblößung, Entwürdigung - mit einem Wort nach EU-Verwaltung, macht sich die Politik zunutze. Besonders in Teutschland hat sie mindestens seit 1933 erkannt: Es gibt einen gesamtgesellschaftlichen Konsens zur Selbstaufgabe. Vor kaum 25 Jahren regte sich noch so etwas wie ein Volkszählungsboykott. Heute ist der teutsche Volksgenosse völlig im Reinen damit, dass irgendwo im Regierungsbunker jemand per Knopfdruck alle gespeicherten Daten abruft und studiert.

Dr. Seltsam vor wild entschlossener Drohstaffage - Freiheit ist Mumpitz

Personalausweise, Steuernummern, medizinische Netzwerke, Telefon- und Internetdatennetze zeigen deutlich, warum es in Teutschland einen „Datenschutzbeauftragten" gibt. Es sind hierzulande nämlich die Daten, die geschützt werden und nicht die Menschen, die sie verursachen. Es gilt die Vorverurteilung und die Schuldvermutung. Der Volksgenosse quittiert das, wie einst im Mai, mit dem artigen Kommentar: „Ich hab doch nix zu verbergen...." Stimmt, da hat er nun mal recht, bei dieser Freiheit der Technik, nicht.
So fällt heute kaum noch jemandem so eine bizarre Figur auf, wie dieser Dr. Seltsam, der einst in seinem Rollstuhl durchs Innenministerium quietschte. Ein bitter - treffsicheres Symbol straff durchrelativierter Freiheit. Ein Symbol übrigens, dass zu jeder Epoche der Geschichte passgenau die freie Welt gekennzeichnet hätte. Wir alle sitzen so gern in diesem Rollstuhl. Aufstehen mögen wir nicht !