ALTER FRITZ - JETZT NOCH ÄLTER !

Der Alte Fritz wird am 24 Januar 300 . Dann ist er der „verdammt alte Fritz“. Um diesen außergewöhnlichen Mann zu ehren, bietet die Weimarer Porzellan GmbH den Friedrich zwo Hundenapf an und das RBB – Fernsehen sendet eine hingeschluderte Dokumentation, bei der schon der Titel Quatsch ist: Friedrich – ein deutscher König.

HINGESCHLUDERTE RBB-DOKU, MUTTER UND TOCHTER THALBACH, SEHR GUTE DARSTELLER - JÄMMERLICHES SKRIPT

Aber Fritze war so wenig ein teutscher König, wie die Teutschen fähig sind etwas brauchbares zum Thema Friedrich II. oder Preußen abzusondern. Nämlich überhaupt nicht. Wie kommt das? Die Antwort ist verblüffend simpel. Die mögen den Fritze nicht. Weil er keiner von ihnen ist. Es gibt nämlich keine hoffnungsloseren Gegensätze als „das Teutsche“ und „das Preußische“. Es ist der Gegensatz Darm gegen Hirn.

RICHTIG TEUTSCH: RICHARD WAGNER

Der Teutsche ist Romantiker und fühlt sich von Vernunft und allem was sie repräsentiert abgestoßen. Er sehnt sich nach großer Oper. Deshalb waren die richtigen Teutschen auch so verliebt in ihren Wagner – Helden Hitler. Als der 1940 als Etappen - Sieger aus dem Frankreichfeldzug zurückkehrte ließ er sich im blank polierten Mercedes von hunderttausenden, begeistert brüllenden in Berlin feiern. Das ist richtig teutsch! Fritze hingegen rumpelte 1763 in seiner klapprigen Kalesche durch die Hintertür, um den Ovationen zu entgehen. Er kam immerhin als endgültiger Sieger aus dem 7jährigen Krieg nach Berlin zurück. Das ist preußisch! Das Ausmaß der Allergie teutscher Därme gegen das Preußische Hirn läßt sich sogar vorrechnen. Der alte Fritz regierte fast 50 Jahre in Preußen. Als er abberufen wurde (zur großen Armee...) hinterließ er einen erweiterten, respektierten Staat, politische und Philosophische Schriften von Rang und geschmackvolle Musikwerke.

RICHTIG PREUSSISCH: DER ALTE FRITZ, KEIN MEDIENLIEBLING ( HIER DARGESTELLT VON OTTO GEBÜHR - AUCH KEIN MEDIENLIEBLING)

Wie viele Dokumentationen, selbst wenn sie so erbärmlich sind wie die oben genannte, beschert uns das Fernsehen über diesen Herrn? Drei im Jahr? Vier? Jetzt, zu seinem 300sten Geburtstag vielleicht noch ein bis zwei flache Filmchen zusätzlich? Das Jahr ist jung. Haken Sie es selbst auf dem Kalender ab. Es wird nicht viel Arbeit. Herr Hitler regierte kaum 12 Jahre. Als er sich mit seiner frischvermählten Gattin im  Garten der Reichskanzlei bequem ausstreckte, um einen Flammentot a la Richard Wagner abzuliefern, hinterließ er einen vergeigten Weltkrieg, runde 50 Millionen Tote, ein in die Steinzeit zurückgebomtes Deutschland und den Holocaust. Dieser Vollniete widmet sich das teutsche Fernsehen fast jeden Tag für mindestens ein braunes Stündchen. Manchmal auf mehreren Kanälen gleichzeitig. Radio und Printmedien nicht mitgerechnet. Damit dürften die romantischen Neigungen der Teutschen zu ihrem Abgott wohl hinreichend dokumentiert sein. „Spiegel TV“ übrigens, ist Hitlers bester Kunde. Dem wohnt eine bittere Logik inne. Denn „Spiegel“ – Gründer Rudolf Augstein, von Haus aus Preußenfresser, schüttete bereits 1968, mit seinem Machwerk „Preußens Friedrich und die Deutschen“, Kübel von Scheiße aus, über dem verhassten Vernunftmenschen und seinem Staat.

MEDIENLIEBLING HITLER - ZU BESUCH BEI RICHTIGEN TEUTSCHEN: FAMILIE WAGNER IN BAYREUTH

Ein dürres Buch, fast auf Guido Knopp Niveau. So werden die dümmlichen Dogmen zum Thema Preußen weitergepflegt: Militarismus, Kadaver- gehorsam, Eroberungs- drang, Menschen- feindlichkeit, Bürokratismus und dergleichen mehr. Nur mit größtem Unbehagen werden mitunter auch die preußischen Tugenden genannt. Keine einzige davon entspricht dem teutschen Geschmack. Sie verursachen unangenehmen Druck im Darm. Denn das wenige, was in teutschen Landen noch wirklich gut funktioniert, steht auf preußischen Fundamenten. Zuverlässigkeit, Effizienz, Pünktlichkeit, Klarheit, Sicherheit......Komischerweise weiß man das fast nur im Ausland zu schätzen. Es war auch niemals „Teutschland“, mit dem eine vernünftige europäische Macht jemals Verträge oder Bündnisse schließen mochte. Aber mit Preußen schon. Preußen ist denn auch nicht an auswärtigen Gegnern gescheitert, sondern am teutschen Wesen, „...das die Vernunft verachtet“. (....sagt Sebastian Haffner).

SCHON KEIN PREUSSE MEHR: WILHELM II.

Womit wir bei Wilhelm II. wären, der schon kein Preusse mehr war, sondern schon ein „richtiger Teutscher“. Wilhelm wäre in der heutigen infotainment Gesellschaft glücklich. Friedrich II. oder Bismarck würden Max Liebermann zitieren: „Ich kann nicht soviel fressen wie ich kotzen möchte....“ 1947 haben die Alliierten Siegermächte Preussen „verboten“. Ein Verdikt, das an Altertum oder Mittelalter erinnert und nicht an zivilisierte Völker. Die Teutschen klatschten dazu Beifall. Sie klatschen heute noch. Womit wir bei einer offensichtlich typisch teutschen Tugend angelangt wären: Lächerlichkeit. Die gute Nachricht? Das „Preußische“ ist keine ethnische Kategorie, sondern eine Geisteshaltung. Sowas kann man nicht verbieten. Doch, doch. Ein paar Preußen gibt es noch in Teutschland und einige, nach hanseatisch – preußischen Prinzipien geführte Familienunternehmen. Übrigens, Bernhard – Victor Freiherr von Bülow war durch und durch Preuße. Sogar bekennender Preuße, was selten ist. Die meisten kennen ihn als Loriot.

BEKENNENDER PREUSSE: LORIOT

Das gilt auch für Georg Schramm, alias Lothar Dombrowski. Wer ein paar intelligente Sätze zum Thema Preußen lesen möchte möge sich sein Buch schnappen, Kapitel: Die Paulskirchen- lüge. Kein Text für richtige Teutsche. Und nun, ruhe in Frieden Fritze. Sie werden Dir eine Menge zumuten zu deinem 300sten. Machs wie früher, tiefer hängen, noch tiefer......

BEKENNENDER PREUSSE: GEORG SCHRAMM

Unter der Rubrik GESCHICHTE wird dieses Jahr GAGA IBIZA zu gegebenem Anlaß, hin und wieder, ein paar Anmerkungen zum ungemütlichen Friedrich und Preußen machen. Nichts was der Geschichtslehrer erzählen würde, wenn er seinen guten, teutschen Ruf behalten möchte.