KLARE SICHT ! VOLLE KRAFT VORAUS !

PLATZVERWEIS FÜR IGNORANTEN......

Seit der Mensch die göttliche Ordnung in den Rabatten des Garten Eden zertrampelt hat, wünscht er verzweifelt zu wissen, wie das alles weitergehen soll. Den Blick in die Zukunft. Was kommt morgen? Manchen Krämerseelen würde es schon reichen die Lottozahlen vom nächsten Samstag im Voraus zu wissen. Der liebe Gott oder wem das besser gefällt, die Götter haben diesem Schmachten einmal tatsächlich nachge- geben. Ein einziges Mal. Vor genau hundert Jahren, wurde einer verwöhnten, bis zur Hirnrissigkeit technik- gläubigen Gesellschaft vorgeführt wie das alles weitergehen wird, wenn Talent, Begabung und Genie lediglich als Treibmittel für Gier und Hochmut ausgenutzt werden. Aufgeschreckt wurden die Götter durch eine unverschämte Bemerkung des Direktors der „White Star Line“, Mister Bruce Ismay, zur bevorstehenden Jungfernfahrt seines neuesten Dampfers, der „Titanic“ :Nicht einmal Gott selbst könnte dieses Schiff versenken!“

LEKTION FÜR PISAKRÜPPEL: GOTT BEI DER ARBEIT.....

Die himmlischen Kräfte beschlossen daraufhin den Menschlein da unten einen detaillier- ten Ausblick auf die nähere Zukunft zu liefern und schoben das unsinkbare Schiff eigenhändig auf einen Eisberg. Etwa drei Stunden später war das „Unsinkbare“ gesunken. Gesunken, im mehrfachen Sinn des Wortes, waren auch rund 1500 selbstgerechte Großmäuler, die sich übrigens, entgegen anders lautender Legenden, auch reichlich unter den Passagieren der dritten Klasse befanden.

ABSAUFEN ? NUR FLIEGEN IST SCHÖNER ! TITANIC FILMSCHMALZ.

Seither dient der Untergang der Titanic nur als Literaturvorlage für seichtes, allzuseichtes Schmalz- oder Heldentheater. Erkenntniswert ? Fehlanzeige! Die Götter quittieren dies mit ratlosem Blinzeln und Achselzucken. Hatte man sich nicht alle Mühe gegeben? War die Nummer nicht auch für schlichte Gemüter hinreichend aufgearbeitet? Das Schiff als Abbild einer größenwahnsinnigen Konsumgesellschaft. Sauber gegliedert nach den Klassen der Welt, die es vom Stapel gelassen hatte. Raste es nicht genau wie diese Welt mit äußerster Kraft voraus, in völliger Dunkelheit, ohne Fernglas für den Ausguck ins Verderben? Hat es je eine klarere, größere Kristallkugel für den Blick in die Zukunft gegeben? War das nicht viel mehr wert, als die Lottozahlen vom nächsten Samstag? Ein Blick auf den Geschichtskalender schafft bittere Klarheit. Zwei kleine Jährchen später passierte mit dem „alten Europa“ exakt das, was mit der Titanic geschehen war. Es ging unter. Konsequente Dummheit, die aber nicht einer gewissen Eleganz entbehrte.

BRAUCHEN DIE JA DOCH NICHT MEHR: WÄSCHE DER TITANIC - TOTEN AUF DEM WÜHLTISCH

Was lehrt uns das Titanic – Fiasko in der Gegenwart? Die schöne neue Welt heute verzichtet auch auf das letzte Bißchen Selbstachtung. Eine vollends verwahrloste Pöbelkratie ist herab- getaucht zu den Opfern im Wrack und hat ihnen Socken, Rasierspiegel, Haarbürsten, Hosen, Reisetaschen und noch das letzte Hemd entrissen. Neben Maschinentelegraphen, Messinglampen und Bettgestellen werden diese stummen Zeugen menschlicher Unzulänglichkeit zu kaufbarem Krempel gemacht. Besonders bittere Ironie, die offensichtlich niemand wirklich überreißen kann: - auch ein „original Titanic Fernglas“ wird den gedankenlosen Gaffern präsentiert. Zur rechten Zeit benutzen wollte es kein Mensch. Damals nicht, am 14. April 1912. So wenig wie im Juli 1914 oder am 14. April 2012.

NACH 100 JAHREN IN DER VITRINE STATT DAMALS IM AUSGUCK

Stattdessen „befassen“ sich sogenannte Wissenschaftler mit der alles entscheidenden Frage, in welcher Sekunde das sinkende Schiff wohl auseinan- dergebrochen ist. Welch ein infantiles Triumph- geschrei erhob sich, als endlich erwiesen war, daß der totgeweihte Dampfer nicht einem durchgehenden Riss, sondern einer Linie kleiner, vom Eisberg perforierter, Löcher zum Opfer fiel. Kindische Materialstudien und Statistiken werden in „aufschlußreichen“ Dokumentationen gesendet. 

ZU WENIG BOOTE ? NA SOWAS.....

Die Enkel oder flüchtige Bekannten von angeblichen Zeitzeugen berichten von der Katastrophe aus fünfter Hand, als wären sie selbst dabeigewesen. Ein Schwager des Bruders von einem Großneffen des ersten Offiziers Murdoch, sinniert wie, warum und ob überhaupt sein „Vorfahre“ dem Eisberg noch hätte ausweichen können. Und nimmer verstummt das dümmliche Gezeter über die fehlenden Rettungsboote, die alles, alles hätten retten können. Augenblicklich läuft die schöne neue Welt wieder auf einen gewaltigen Eisberg, der sogar noch so freundlich ist, den Großteil seiner Masse über dem Wasserspeigel deutlich zu zeigen. 

MANCHE ÜBERLEBEN IMMER: HERR DIREKTOR BRUCE ISMAY

Ein jämmerliches Drahtgestell von „Rettungsschirm“ soll diese Menete- kel aufhalten. Schulden, religiöse Fana- tiker, Vernichtung der letzten natür- lichen Ressour- cen, zunehmende Doofheit, von dem Bißchen Klima- wandel ganz zu schweigen. Wenn dieser „Eisberg“ mit uns allen fertig ist, werden für fast niemand der gutgelaunten, fettleibigen Fahrgäste irgendwelche Boote zur Verfügung stehen. Außer natürlich für die Damen und Herren Direktoren. Genau wie damals, als Mr. Bruce Ismay die unglaubliche Frechheit besaß, das Unglück zu überleben. Das sind wesentlich interessantere Aspekte des „Titanic Epos“. Wie auch die Frage, warum der Untergang der Titanic als „die große Schiffskatastrophe“ gilt.

SCHWIMMWESTE GEFÄLLIG ? - "ICH KANN NICHT SO VIEL ESSEN WIE ICH KOTZEN MÖCHTE" (ANGEMESSENES MAX LIEBERMANN ZITAT)

Obwohl doch fast niemand zu Schaden kam, wenn man die Versenkung der Cap Arcona zum Vergleich heranzieht. Dergleichen Überlegungen sind freilich nicht so quotenträchtig wie die Versteigerung der den Titanic - Opfern gestohlenen Schwimmwesten oder Brillanten. Was sagt der Fortschrittsgläubige dazu? „Wir brauchen keine doofen Ferngläser, wir haben jetzt Radar und Satelliten – Navigation!“ Ach richtig. Was kann da schon schiefgehen. Also volle Pulle voraus. Wenigstens sind wir hier auf Ibiza sicher. Denn nach einem Gutachten des weltweit anerkannten Hellsehers, Nostradamus, bleibt diese Insel von Eisbergen und allen Katastrophen verschont. Wenn man mal von steigenden Strompreisen und der Parkplatznot absieht.