LEBEN IN HASSGRÜN

Hildi (Hildebrand) Johnson ist tot. Er entschlief, freundlich lächelnd, im Alter von 92 Jahren. Ein witziger, gut gelaunter Mann. Hildebrand war Vegetarier. Das Interessante daran? Niemand wußte das. Er hat es einfach niemandem erzählt. Wenn alle anderen im Restaurant ihre Steaks und Schweinehälften bestellten, grinste Hildi nur:“ Och, ich werd´heute mal den Salat mit den Dinkelpuffern probieren...“ Wir werden Hildi vermissen. Denn er war die Ausnahme. Womöglich die letzte weltweit.

DER BESSERE MENSCH: HIER RAPPER THOMAS D

Denn es gibt eine seltsame Korrelation zwischen absoluter Fleischverweigerung und unerträglichem Piesepampeltum. Der Vegetarier sucht sein blaßgrünes, unge- würztes Leben einem Sinn zuzuführen. In Ermangelung besserer Ideen ( keine Proteine oder Eiweiß im Hirnchen....), beschließt er seiner entnervten Umwelt mitzuteilen, daß er der bessere Mensch sei. Und – beim heiligen Moses – die ersten katholischen Missionare im Urwald waren sympathische, ausgeflipte Hippies gegen die klugschei- ßernden Vegetarier der Gegenwart. In ihrem Dunstkreis soll sich der Rest der Menschheit, barbarisch, gewalttätig und nichtswürdig fühlen.

IMMER LOCKER DRAUF: VEGETARIERIN KÜNAST

Wem versehentlich oder aus falschverstandener Toleranz so Einer (häufiger so Eine....) an die Speisetafel gerät, wird keinen Bissen mehr unbeschwert herunter- schlingen können. Der übliche Serienvegetarier wird als Overtüre einen ausführlichen Abriß seines öden Lebenslaufes abliefern und wie er giftgrün erleuchtet wurde. Dies wird begleitet von mißbilligenden, ange- widerten Blicken auf die restlichen, unwürdigen Gäste und deren Fleischlappen, die sich obszön in der Soße räkeln. Sodann öffnet sich der Vorhang zu einem detailliertem Referat über Tiertransporte.

TEILEN DAS SCHICKSAL TRANSPORTIERTER TIERE: BERUFSPENDLER IN DER BAHN

Über das Gequetsche in den engen Wag- gons, den unerträg- lichen Gestank, die blutigen Raufereien, die voll gekotzten und gekackten Böden. Natürlich kennt das jeder aus dem ganz normalen Berufs- verkehr in den Nahverkehrszügen der teutschen Bahn. Aber das beeindruckt keinen wirklich Heiligen. Im zweiten Akt wird aus dem Be- troffenheitsvegetarier der Gesundheits- vegetarier. Es folgt eine ausgedehnte Arie über Trichinen, Prionen, Rinderwahn, Herzkasper und Schlaganfälle. Dabei ernten die eher beleibten Gäste am Tisch verachtende Blicke.

IM FADENKREUZ VEGETARISCHER VERACHTUNG: BELEIBTE GENIEßER

Mittlerweile sinken Stimmung und Appetit gegen den Nullpunkt. Die nun aller- seits langen Gesichter, die aufkeimenden Agressionen wertet der Standard – Vegetarier als Folge der Er- nährung mit Fleisch. Der letzte Akt steht deshalb für gewöhnlich unter dem Motto:“Ich hab´s ja gleich gesagt....!“ Das Bankett ist verdorben, der Auftrag erfüllt. Am lautesten zetern die militanten Veganer. Sie verachten den gewöhnlichen Vegetarier noch mehr als die Fleischfresser.

IMMER LOCKER DRAUF: VEGETARIER ALS FÜHRER...

Was in diesen gefährlichen Kohlköpfen vorgeht zeigt anschaulich das Bild des Monats, das regelmäßig auf deren antiseptischer Webseite präsentiert wird. Und was die Menschheit erwartet, wenn solche Natur- beglücker sich wirkliche Macht erhungern, hat die Welt schon mehrfach erdulden müssen. Das Ausrotten oder Ausmerzen „perverser Minderheiten“ gehört zu den wenigen Lei- denschaften die der Vegetarier wirklich wollüstig auslebt. Ein Leben ohne jegliches Leben ist das eigentliche Ziel dieser Sorte Weltenretter und genau das hinterlassen diese Typen dann auch der Nachwelt.

ANGRIFFSZIEL: UNBELEHRBARE GENIEßER.....

Das haßgrüne Dasein zwischen den Einladungen zum Essen ist für sie qualvoll. Überall schmat- zende, zufrieden grunzende Esser. Unbe- lehrbare Ge- nießer. Sie hocken gemü- tlich im Bier- garten vor ihrer Schweinshaxe oder an der Strandbude über den er- mordeten Fischen. Dazu gibts Bier oder kühlen Weißwein. Säufer sind sie also auch noch und womöglich noch Raucher! Dazwischen - gramgekrümmt – einige schwind- süchtige, dürre Weiblein oder Männlein. Die fahle, graue Haut, das verbiesterte Flak- kern in den Augen verrät sie: Vegetarier, die einfach nicht wegsehen können. Ihr gan- zes Sinnen und Trachten: Sich unerkannt eine Einladung von Fleischfressern zu er- schleichen, um dort ihren Lebenshaß ausatmen zu können. Einladungen zum vege- tarischen Essen folgt der Serien – Vegetarier nur widerwillig. Denn dort treffen Gras- fresser in verschiedenen Fanatisierungsstufen aufeinander. Unbarmherzig werfen sie sich gegenseitig Halbherzigkeit, Kompromissbereitschaft oder Hochverrat vor.

ES IST ANGERICHTET......

Mit grimmigem Ernst wird auch über den Weltfrieden, die Enteignung der „Heuschrecken“, die Rettung des Regen- waldes und die natürliche Geburt – ohne jegliche ärztliche Aufsicht und Medika- mente debattiert. Um die gestrüppüber- wucherte Tafelrunde taumeln häufig die Folgen solcher Geburten. Hinfällige, klapprige Kinderchen. Nicht selten werden sie unter das graugrüne Joch ihrer übellaunigen Eltern gezwungen. Sie dürfen den hysterisch streitenden Gästen Körnchen, Blättchen, milchfreien Käse aus Gummi oder Zellulose – Kekse servieren und destilliertes Wasser nachschenken. Sie verzweifeln regelmäßig wenn ihnen mal der Duft einer würzigen Currywurst in die zittrigen Näslein steigt, aber die Strafen sind drakonisch: Liebesentzug!

PERVERSE MINDERHEITEN AUF DEM BLUTGERÜST - VEGETARIER ROBBESPIERRE RÄUMT AUF....

Ihr Lebenslauf ist  vorgezeichnet. An irgendeinem verregneten Novembertag probieren sie, versteckt in der Kanalisation oder auf dem Bahnhofsklo, ihren ersten Schaschlik – Spieß, entwickeln einen unlösbaren Schuld- komplex und werden zu geisteskranken Sexualmördern. Ihre Opfer gehen regel- mäßig den Weg, der eigentlich für die Eltern vorgesehen war: Zerstückeln, ab in den Ofen und braten. Hier auf Ibiza, wo auch die selt- samsten Neigungen fraglos akzeptiert werden, leben Fleisch- und Grasfresser friedlich nebeneinander. Manchmal sogar miteinander. Es hat eben Vorteile in einem Mekka für Verrückte zu leben. Aber Achtung! In der Saison gibt es viele zugereiste, vegeta- rische Gäste, die versuchen sich an Ihre Speisetafel zu mogeln. Machen Sie den Test und stellen sie, wie aus versehen, die köstlich dampfende Lammschulter (mit Ros- marin – Kartoffeln...) vor der /dem Verdächtigen ab. Wenn giftgrüne Flämmchen aus den Augen schlagen und der Gast durch zerbissene Lippen, gepresst hervorstößt:“...da hab´ich keinen Streß mit....“ , dann haben sie Einen erwischt.